Brandschutzpläne
nach TRVB 121 O / Ausgabe 2015

Brandschutzpläne sind farbige, vereinfachte Lage- und Gebäudepläne und ausschließlich zur Verwendung für die Feuerwehr bestimmt.

Sie sind von der für den Brandschutz zuständigen Stelle auf formale Richtigkeit am Deckblatt (TRVB 121 O / 15 - Anhang 1) und vom Betreiber des Gebäudes oder dessen Bevollmächtigten auf der Objektbeschreibung (TRVB 121 O / 15 - Anhang 2) zu vidieren.


Brandschutzpläne müssen auf dem aktuellen Stand gehalten werden!
Sie sind in regelmäßigen Zeitabständen auf Richtigkeit zu prüfen.
Jede Veränderung der baulichen Anlage oder der Brandschutz- und Notfallmaßnahmen muss zu einer Überprüfung und erforderlichenfalls zu einer Überarbeitung der Brandschutzpläne führen.


Mindestumfang:

-    Deckblatt nach TRVB 121 O / 15 - Anhang 1
-    Objektbeschreibung nach TRVB 121 O / 15 - Anhang 2
-    Legende ausschließlich mit den verwendeten Planzeichen
-    Lageplan
-    Geschoßpläne (Grundrisspläne)

darüber hinaus können folgende Unterlagen gefordert werden:
-    Lagebilder
-    Geschoß-Übersichtspläne
-    Steuerungenverzeichnis
-    Bedienungsgruppenverzeichnis
-    Bedienungsgruppen-Übersichtspläne
-    Bedienungsgruppenpläne


Brandschutzpläne werden bei folgenden Gebäuden vorgeschrieben:

-    Bei Betriebsbauten mit einer Netto-Grundfläche von insgesamt mehr als      3.000 m². (lt. OIB-Richtlinie 2.1)

-    Bei Betriebsbauten mit einer unübersichtlicher Gebäudestruktur, bei
     Vorliegen eines besonderen Gefährdungspotenzials sowie bei
     Vorhandensein von Sonderlöschmittelvorräten oder besonderen
     technischen Brandschutzeinrichtungen (z.B. automatische
     Brandmeldeanlagen, erweiterte automatische Löschhilfeanlagen,
     automatische Löschanlagen); auch bei Unterschreitung der Netto-
     Grundfläche von 3.000 m². (lt. OIB-Richtlinie 2.1)

-    Bei Gebäude mit einem Fluchtniveau von mehr als 22m.
     (lt. OIB-Richtlinie 2.3)

Bei Gebäude, die die Ausarbeitung eines Brandschutzkonzepts erfordern, können Brandschutzpläne vorgeschrieben werden, wie etwa:

-    Verkaufsstätten gemäß Punkt 7.4.3 der OIB-Richtlinie 2

-    Sondergebäude gemäß Punkt 11 der OIB-Richtlinie 2

-    Betriebsbauten gemäß Punkt 5 der OIB-Richtlinie 2.1

-    Garagen mit Brandabschnitten von mehr als 10.000 m² sowie
     Parkdecks gemäß Punkt 9 der OIB-Richtlinie 2.2

-    Parkdecks, bei denen die oberste Stellplatzebene mehr als 22 m über
     dem tiefsten Punkt des an das Parkdeck angrenzenden Geländes nach
     Fertigstellung liegt, Punkt 9 der OIB-Richtlinie 2.2

-    Garagen mit einer Nutzfläche von mehr als 50 m² und Parkdecks, in
     denen flüssiggasbetriebene Kraftfahrzeuge (LPG, Autogas) abgestellt
     werden, Punkt 9 der OIB-Richtlinie 2.2

-    Garagensonderformen gemäß Punkt 9 der OIB-Richtlinie 2.2

-    Gebäude mit einem Fluchtniveau von mehr als 90 m gemäß Punkt 5
     der OIB-Richtlinie 2.3

Des Weiteren können Brandschutzpläne mittels Bescheid, von der Behörde, der örtlichen Feuerwehr und/oder der Feuerpolizei vorgeschrieben werden.


Da Brandschutzpläne auch bei längst fertiggestellten baulichen Anlagen vorgeschrieben werden können, besteht die Möglichkeit bei Nichtvorhandensein digitaler Pläne, diese zu digitalisieren; oder bei nicht vorhandenen Plänen, eine Bestandsaufnahme mittels Lasermessgerät durchzuführen und diese in digitale Pläne umzusetzen.
Die Pläne werden mit CAD-Programmen erstellt; können dadurch bei späteren Änderungen schnell und kostengünstig überarbeitet werden.
Beispielpläne:

Legende


Lagebild


Lageplan


Geschoßplan